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Kanton Tessin

Bild Zug Staat
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Stadt Zug mit Zugerberg

Kanton Zug / Staat

Kanton Zug / Behörden

Hauptort Zug  •  Eintritt 1352  •  Kennung ZG


Regierung  /  7 Regierungsräte/-innen
•  1 Landammann/Frau Landammann
•  1 Landesstatthalter/Frau Landesstatthalter, 5 Regierungsräte/-innen
•  2 CVP, 2 FDP, 2 SVP, 1 ALG

Parlament  /  80 Kantonsräte/-innen
•  22 CVP, 19 SVP, 18 FDP, 10 ALG, 7 SP, 4 GLP

Bund
  2 Ständeräte  •  1 CVP, 1 FDP
•  3 Nationalräte  •  1 CVP, 1 FDP, 1 SVP


Wahlen
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Proporz  •  Nationalrat, Kantonsrat, Grosser Gemeinderat Stadt ZG
...Für Proporz gilt: 1. Parteistimmen, 2. Personenstimmen
•  Majorz  •  Ständerat, Regierungsrat, Stadtrat, Gemeinderat Gemeinden
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Für Majorz gilt: 1. Absolutes Mehr, 2. Höchste Stimmenzahlen


Gliederung  /  11 Gemeinden

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Kanton Zug / Geografie

Fläche  /  Gesamter Kanton  •  100 %  •  238,72 km2
•  Bestockte Fläche (Wald und Büsche)  •  27,34 %  •  65,26 km2
•  Landwirtschaftliche Nutzfläche  •  43,42 %  •  103,65 km2
•  Siedlungfläche  •  13,81 %  •  32,97 km2
•  Unproduktive Fläche  •  15,43 %  •  36,84 km2

Grenze  /  Gesamtlänge  •  87,5 km
•  Kt. Aargau  •  13,5 km
•  Kt. Luzern  •  12,0 km
•  Kt. Schwyz  •  28,5 km
•  Kt. Zürich  •  33,5 km

Geländepunkt
•  Höchster Punkt: Wildspitz  •  1'580 müM
•  Tiefster Punkt: Lorzemündung in die Reuss  •  388 müMPfeil nach oben

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Kanton Zug / Bevölkerung

Bevölkerung  /  Gesamter Kanton  •  122'130 Einw.
•  Ausländer  •  25,9 %  •  30'600 Einw.
•  Bevölkerungsdichte (ohne unproduktive Fläche)  •  605 Einw./km2

Sprachen  /  Landessprache deutsch
•  Deutsch  •  84,7 %
•  Französisch  •  2,7 %
•  Italienisch  •  2,6 %
..Englisch  •  8,4 %
•  Andere  •  1,6 %

Konfession
•  Katholisch  •  54,4 %
•  Protestantisch  •  14,2 %
•  Andere Konfession  •  11,8 %
•  Konfessionslos  •  19,6 %

Beschäftigte
•  Sektor I: Land- und Forstwirtschaft  •  1,8 %
•  Sektor II: Industrie und Gewerbe  •  21 %
•  Sektor III: Dienstleistung  •  77,2 %Pfeil nach oben

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Kanton Zug / Gemeinden

Kanton Zug, Stadt Zug

Zug  /  425 müM  •  29'260 Einw.  •  33,35 km2

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Kanton Zug, Seegemeinden

Baar  /  443 müM  •  23'560 Einw.  •  24,78 km2
Cham  /  418 müM  •  15'960 Einw.  •  19,86 km2
Hünenberg  /  448 müM  •  8'850 Einw.  •  18,55 km2
Risch  /  440 müM  •  10'270 Einw.  •  22,92 km2
Steinhausen  /  424 müM  •  9'540 Einw.  •  5,04 km2
Walchwil  /  449 müM  •  3'580 Einw.  •  15,9 km2
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Kanton Zug, Berggemeinden

Menzingen  /  805 müM  •  4'440 Einw.  •  27,47 km2
Neuheim  /  666 müM  •  2'150 Einw.   •  7,94 km2
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Kanton Zug, Ägerital

Oberägeri  /  735 müM  •  5'940 Einw.  •  36,21 km2
Unterägeri  /  727 müM  •  8'580 Einw.  •  26,7 km2Pfeil nach oben

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Kanton Zug / Geschichte bis 1798

Vor rund 4’000 Jahren finden sich erste Spuren von bäuerlichen Gesellschaften am Ufer des Zugersees / im 2. Jh. vChr. lebten keltische Stämme im Seeraum, die von den heranstürmenden Römern vertrieben wurden / zur Römerzeit (58 vChr. - Ende 4. Jh. nChr.) bestanden einige Strassensysteme wie bspw. von der Zürcher Grenze bei Sihlbrugg in die Stadt Zug / oder die Horgenerstrasse von der Sihl über Baar nach Zug / die Römer mieden feuchte, sumpfige Niederungen und bauten Strassen auf erhöhtem Gelände
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Um Mitte 5. Jh. eroberten die Alemannen das östliche Helvetien und drangen auch ins Zugerland vor / sie waren ein wildes heidnisches Kriegsvolk / sie vernichteten die letzten Spuren der römischen Bildung ebenso wie die ersten Keime des Christentums / an dessen Stelle wurde der deutsche Götterglaube mit Gewalt eingeführt / die Alemannen wohnten mit ihren Familien und Verwandschaften nicht in Dörfern, sondern in einzelnen Höfen oder Weilern, denen sie ihre Namen gaben
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Nach der Unterwerfung der Alemannen durch die Franken wurde das ganze Land in Gaue eingeteilt / als sich im frühen Mittelalter das Feudalwesen im Lande Zug ausbreitete und beinahe jede Ortschaft unter einen besonderen Grundherrn oder Vogt kam, erstreckte sich das Gebiet jedes Feudalherrn auf das bisher von seinem Dorf praktisch allein benutzte Allmendland / mit der Zeit wurde das Land unter mehreren Grundherren aufgeteilt, was zu einer Zersplittung führte / weil aber noch immer genügend Land für alle Bedürfnisse vorhanden war, wurden die Allmende nicht vollständig verteilt und aufgesplittet / im Mittelalter gab es deshalb neben den in Eigentum stehenden Liegenschaften immer grosse Landgebiete, welche Genossenschaften gehörten und von deren Mitgliedern gemeinsam genutzt wurden → heutige Korporationen / die Verwaltung der Genossenschaften und die Handhabung der politischen Rechte und Pflichten erfolgten bis anfangs 19. Jh. gemeinsam / es gab in den Gemeinden nur eine Einheitsgerneinde
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Erstmals erwähnt wird 858 der Königshof Cham in einer Schenkungsurkunde / er wurde vom deutschen König Ludwig seiner Tochter Hildegard geschenkt / diese war einerseits Äbtissin des Frauenkonvents am Märtyrergrab von Felix und Regula in Zürich, anderseits bereicherte sie das Fraumünster durch Schenkungen ihres königlichen Vaters / auch andere kirchliche Stiftungen hatten Grundbesitz im Zugerbiet / bspw. die Chorfrauen von Schänis, die Mönche von Muri, das Kloster Einsiedeln, das Kloster St. Blasien (Schwarzwald), die Mönche von Kappel, die Zisterzienserinnen im Kloster Frauenthal
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Die Siedlung Zug entwickelte sich zwischen dem 10.-12. Jh. um die Burg im heutigen Quartier Dorf / weltliche Herren waren die Lenzburger / beim Aussterben der Lenzburger ging deren Besitz 1173 an die Kyburger über / Zug ist Gründungsstadt der Kyburger um 1220 / beim Tod des letzten Kyburgers ging deren ganzer Besitz 1273 an die Habsburger über / als Lehnherren des Hauses Habsburg nahmen die Herren von Hünenberg ihre Hoheitsrechte von der über dem Lorzentobel gelegenen Wildenburg aus wahr / zu dieser Zeit war Zug bereits eine ummauerte Siedlung / um 1300 wurde die Stadt Zug wichtiger Umschlagplatz auf der Säumerroute über den Gotthard / im Vordergrund standen Wein und Salz / die grosse Ringmauer entstand zwischen 1480 bis 1530
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Die Pilger durchquerten das Zugerland auf dem Weg zur Muttergottes in Maria-Einsiedeln / am alten Pilgerweg von Zug standen kleine Eremitenhäuschen, die von frommen Waldbrüdern bewohnt waren / diese hielten für die durstigen Pilger einen kühlen Wassertrunk bereit / noch heute stehen am Weg 3 Waldbrüderhäuschen: Bei St. Verena ob Zug, bei der Kapelle von Mittenägeri, auf St. Jost an der Schwyzer Grenze am Raten
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1326 erhielt die Stadt Zug durch den habsburgischen Herzog Albrecht II. das Recht «an der bruggen ze Zuge» einen Zoll einzuziehen / dieser an der Brücke über den Graben zum Stadttor (Zollhaus) erhobene Zoll hatte der im gleichen Jahr verstorbene Bruder Albrechts, Herzog Leopold I. angelegt / von Horgen herkommende Waren wurden in Zug beim Zollhaus verzollt / der Zöllner beim Tor musste dem Sustmeister mitteilen, dass die Waren bereits verzollt wurden / was einer Quittung für den Warentransport entsprach / umgekehrt nahm der Sustmeister den Zoll von jenen Gütern ein, die über den See angeliefert wurden
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1359 verlieh Albrechts Sohn, Herzog Rudolf IV. von Habsburg, den Zugern noch weiter gehende Rechte / einerseits wurden darin die zuvor formulierten Freiheiten und Rechte, also auch der Brückenzoll von 1326, voll umfänglich bestätigt / anderseits erhielt die Stadt Zug nun das Recht, eine Waren- und Kaufmannsablage (Sust) zu errichten und deren Erträge zu verwenden / Kaiser Sigmund im Jahre 1433 und König Maximilian im Jahre 1488 erneuerten alle Rechte / sodass die Stadt Zug, die 1415 reichsfrei geworden war, einen gewissen Reichtum anhäufen konnte / dies ermöglichte es der städtischen Bürgerschaft in mehreren Etappen eine Reihe von Vogteien zu erwerben, die bis 1798 in städtischem Besitz blieben
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Zugs besondere Lage am Rande der Innerschweiz und als habsburgischer Riegel zwischen Zürich und seinen Verbündeten veranlasste die Eidgenossen, den kleinen Störenfried, von dem immer wieder Scharmützel ausgingen, mit Waffengewalt zum Beitritt in ihren Bund zu zwingen / 1352 stürmten die Eidgenossen die Habsburgerstadt Zug / der Stand Zug bestand damals aus 2 Ämtern / im Inneren war die Stadt Zug mit ihren Vogteien Cham, Hünenberg und Walchwil sowie später auch Teile von Risch (1486) / im Äusseren Baar zusammen mit den Talleuten des Ägeritales und Menzingen / dies blieb so bis 1798 / gemeinsam bestellten die Bürger von Stadt und Land an der Landsgemeinde die kantonalen Behörden / die Sachgeschäfte berieten sie getrennt / die Zuständigkeit des Kantons beschränkte sich auf die Aussenpolitik
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Die Schwyzer marschierten 1364 in Zug ein und stellten die nächsten 40 Jahre die Amtsmänner / Schwyz versuchte mit Hilfe der Landschaft Einfluss auf die Stadt Zug zu gewinnen / Zug wurde 1404 von den Schwyzern erneut besetzt und nach stürmischem Protest der übrigen Stände wieder geräumt / Zug ist klein und bescheiden geblieben, weil das städtische Zentrum und die ländlichen Aussengemeinden einander stets misstrauisch überwachten / um ja nicht durch ungehörige Machterweiterung des einen oder anderen Teiles das innere Gleichgewicht erschüttern zu lassen
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Trotz beständiger Kriege war grosser Reichtum im Lande / Privatleute verfügten über ungeheuren Reichtum aus Krieg und Handel / die Gemeindekassen waren voll, geäuffnet durch Pachtzinsen für Güter und Rechte wie bspw. Fischfang / ferner durch Kriegsbeute sowie ein gut eingerichtetes Abgabesystem und Zölle / wem der Reichtum versagt blieb, wurde Allmendland zugeteilt und zu billigem Preis zur Bewirtschaftung überlassen / auch Weiden und Alpen konnten gegen kleine Abgaben benützt werden
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Die verkehrspolitischen Verhältnisse förderten das Eindringen der neuen religiösen Lehre des Zürchers Huldrych Zwingli / dieser hatte in Zug gute Freunde / Behörde und Volk hingegen boten energischen Widerstand gegen alle Neuerungen / auch wollte niemand auf Sold und Pension verzichten / Zwingli hatte nämlich entschieden Stellung gegen fremde Kriegsdienste bezogen
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Der Abt von Kappel am Albis stellte sich auf die Seite der religiösen Neuerer und hob das Klosterleben auf / in der Ostschweiz stürmten die Neugläubigen die Kartause Ittigen / die reformierten Orte gründeten das evangelische Burgrecht / 1529 marschierte ein Zürcher Heer nach Kappel am Albis / eine Streitmacht der katholischen Innerschweiz stellte sich dagegen / die Vermittlung des Glarner Landammanns Hans Aebli verhinderte eine kriegerische Auseinandersetzung / die Szene der Kappeler Milchsuppe erinnert an diesen ersten Kappeler Frieden
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1531 verschärften sich die politischen und religiösen Gegensätze zwischen der Innerschweiz und Zürich wieder / Zürich verhängte eine Proviantsperre gegen die 5 Inneren Orte / diesmal wurde die Schlacht bei Kappel ausgetragen und die Zürcher verloren; Tod Zwinglis / die Zürcher zogen daraufhin auf den Gubel und schlugen dort ihr Nachtlager auf / in der Nacht griffen die Katholiken das Lager an und besiegten die überraschte zahlenmässige Übermacht / im Gebiet von Deinikon (Baar) wurde daraufhin ein bedeutungsvoller 2. Landfriede geschlossen / das Friedenskreuz in Deinikon zeugt davon
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Die Verbundenheit Zugs mit der Innerschweiz vertiefte sich in der Reformationszeit / den Zugern wäre aber im Grunde eine ausgleichende, versöhnliche Haltung gegenüber Zürich lieber gewesen / dieser Grundtendenz begegnet man in Zug bis in die Jahre des Sonderbundes immer wieder / Zug als Bundesgenosse kämpfte bei allen Kriegen der Eidgenossen mit / bspw. auch 1656 am 1. Villmergerkrieg und 1712 beim 2. Villmergerkrieg / Zug verlor beim Vertrag von 1715 in Aarau alte Rechte über Bremgarten, Baden und das Freiamt
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Bei mehreren Harten- und Linden-Handel ging es um die Teilung der Salzlieferungen und Pensionen an die Frankreichsöldner / die Landgemeinden (Harten) betrachteten die Lieferungen der entsprechenden Person gehörend / die Stadt (Linden) hingegen sah die Teilung als Sache des Landammannes an / das ganze 18. Jh. tobten die Querelen
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Gemeinden
Die 4 zugerischen Vogteien Cham, Risch, Steinhausen und Walchwil waren am Anfang ihrer Zugehörigkeit zur Stadt Zug gleichberechtigt / Cham, Risch und Steinhausen hatten, ebenso wie Zug selber auch, immer noch österreichische Vögte, als Zug schon dem Bund der Eidgenossen beigetreten war / diese Vögte hatten aber keine Vollmachten mehr und wurden auch bald mit Hilfe der Eidgenossen abgeschüttelt
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Risch wurde 1159 erstmals in einer Urkunde des Klosters Muri erwähnt / im Spätmittelalter war das heutige Gemeindegebiet aufgeteilt in den Hof Gangolfswil (ursprünglich im Besitz des Klosters Muri, ab 1486 stadtzugerische Vogtei), die Herrschaft Buonas und in weiteren Streubesitz von mehreren Klöstern / mit der militärischen Besatzung durch französische Truppen 1798 wurden die alten Untertanenverhältnisse auf einen Schlag beseitigt / aus den alten Herrschaften Buonas und Gangolfswil entstand die Gemeinde Risch
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Aus einer Urkunde von 1123 geht hervor, dass Walchwil damals den Rittern von Hünenberg gehörte / 1379 wurde der Ort von Zug durch Kauf erworben und war anfänglich ohne Vogt / erst 1435 bekam die Gemeinde den ersten Vogt von Zug auferlegt / aber trotzdem stand die Gemeinde in gutem Einvernehmen mit der Stadt / die zugerische Bevogtung endete 1798 mit dem Einfall der Franzosen
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Katastrophen
Archäologen haben in jüngster Zeit Spuren eines Brandes in der Zuger Altstadt entdeckt / zudem gibt es im Bereich Liebfrauenkapelle, Grabenstrasse, Zytturm keine Häuser aus der Zeit vor 1371 / die Archäologen datieren den Brand auf den Winter 1370-71
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1435 versank 1/3 der Stadt Zug im See / 1591 erfolgte ein neuer Uferabbruch, hervorgerufen durch eine Austiefung der Lorze um 1,6 m beim Chamer Ausfluss / die Schwelle, durch welche das Wasser zurück gehalten wurde, war zu rasch entfernt worden, sodass das Wasser zu schnell abfloss und der Wasserdruck auf das Land zu stark nachgab / deshalb entstanden rings um den See Uferschäden / so versanken in Zug 9 Häuser im See
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1887 versank ein Teil der neuen Vorstadt-Uferpromenade mitsamt 26 Häusern und 9 Nebengebäuden / Uferteile und daran angrenzende Flächen lagen​ auf einer Schlammsandablagerung der Seekreide / das Abgleiten der Gebäude wurde durch die vorherigen Pfählarbeiten am Seeufer begünstigt / Anzeichen für bevorstehende Erdbewegungen gaben Mauerrisse an Häusern / diese wurden aber der fehlenden Finanzen wegen ignoriert
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Exklave Zugeralpli
Die Exklave 'Zugeralpli' im Ägerital am Nordhang des Rossberges gehört zur Stadt Zug / deren Besitz geht auf eine sagenhafte Begebenheit im 15. Jh. zurück / damals waren die Ägerer in grosser Geldnot und baten die wohlhabenden Stadt Zuger um ein Darlehen / die Ägerer überliessen den Zugern für die geborgte Summe das Alpli als Pfand / bis zum Martinitag in 5 Jahren mussten sie den Betrag zurückzahlen / sonst ginge das Alpli definitiv in Zuger Hand über / nach mehreren guten Ernten machten sich die Ägerer am vereinbarten Tag auf den Weg Richtung Zug / die Zuger Ratsherren hingegen sannen auf eine List, um das Alpli nicht mehr hergeben zu müssen / sie eilten den Ägerern entgegen und luden sie in Allenwinden zu einem Trunk ein / bei Sonnenuntergang mahnte der Ägerer Säckelmeister mit schwerer Zunge zum Aufbruch und mit dem ersten Ton der Betglocke erreichten die Ägerer den Kolinplatz / dort wurde ihnen vom Zuger Ammann beschieden, dass sie zu spät seien / es half kein Betteln und Lamentieren / das Schicksal der Ägerer war besiegelt und das Alpli für immer verloren
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Die Geschichte tönt gut, hat aber folgenden Hintergrund / im 15. Jh. eskalierte der Streit um die Nutzung der Weiden in den Frutten (AlpIi) / diese wurden von Bürgern aus Walchwil, Ägeri und Zug mit Vieh bestossen / während der Anspruch der Stadt Zug auf die Alp Rossberg (OberalpIi) unwidersprochen blieb, wurde für die Regelung der Frutten ein Schiedsspruch nötig / weil sowohl Zug wie auch Ägeri Ansprüche geltend machten / 1491 entschied das Schiedsgericht mit Mehrheitsentscheid zu Gunsten der Stadt Zug.Pfeil nach oben

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Kanton Zug / Geschichte ab 1798

Im Frühling 1798 marschierten die Franzosen ein / sie riefen die Helvetik (Helvetische Verfassung) aus und gliederten die bestehenden Kantone neu / bspw. Zug zusammen mit Uri, Schwyz und Unterwalden zum Kanton Waldstätten / Zug wurde Hauptort dieses neuen Staatsgebildes / 1799 entschied sich Hünenberg in einer Abstimmung für die Trennung von Cham und für die Bildung einer eigenen Germeinde
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1803 zerfiel die Helvetik; eine neue Verfassung trat in Kraft / ehemalige Vogteien wurden selbständige Gemeinden / die Landsgemeinden erhielten neu das Recht der Gesetzgebung / 1814 gab sich Zug eine neue Verfassung / 1885 wurde in Zug die Stadtmauer abgebrochen
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Als im Aargau die Klöster aufgehoben wurden, nahm Zug die Mönche von Muri und Wettingen auf / so komponierte der Zisterzienser Alberik Zwyssig 1841 seinen ’Schweizer Psalm’ auf Zuger Boden
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Beim Sonderbundkrieg 1847 richtete General Dufour nach dem Fall von Freiburg den Hauptangriff auf Zug / doch noch vor dem Angriff kapitulierte Zug / dennoch rückten die eidg. Truppen ein / die Landsgemeinde wurde abgeschafft und die Gewaltentrennung beschlossen / auch 1847 löste sich Neuheim von Menzingen und ist seitdem eine eigene Gemeinde

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Kanton Zug / Religion

In die Zeit der Römerherrschaft ab 58 vChr. fällt die Christianisierung des Zugerbietes / möglicherweise aber erst gegen Ende der Römerherrschft um 350 nChr. / nach dem Einbruch der heidnischen Alemannen wurde jedoch jede Spur davon wieder vernichtet / erst nachdem die heidnischen Alemannen durch die christlichen Franken besiegt wurden, konnte das Christentum in der Zeit vom 6.-8. Jh. endgültig Fuss fassen / mit der Schenkung des Königshofes Cham steht diese 2. Christianisierung in engstem Zusammenhang / die Unterkirche von St. Andreas auf der Landzunge dürfte das kirchliche Zentrum des königlichen Chamerhofes gewesen sein

Die Reisläuferei hatte zu einer starken Verrohung der Sitten geführt / der sittliche Zerfall betraf nebst dem gemeinen Volk auch den Klerus / Zwingli hatte ein Söldnerverbot​ erlassen / aber mit der Reisläuferei, die viele Private reich machte, finanzierte Zug ca. 60 % des Staatshaushaltes / Zug blieb auch katholisch, weil dessen Bauern und Bürger schon früher gegenüber der Kirche eine Reihe von Forderungen durchgesetzt hatten / die wichtigsten waren die Wahl des Pfarrers durch die Gemeinde, die Wohnsitzpflicht in derselben und das Verbot, sie an einen anderen Geistlichen zu verpfründen / das Hauptanliegen der damaligen Menschen war eine zuverlässige und 'wohlfeile' günstige Heilsversorgung / bspw. die letzte heilige Ölung für Sterbende und die rechtzeitige Taufe für Neugeborene

Huldrych Zwingli, ein Kind des Spätmittelalters aus dem Toggenburg, hat die lateinisch geschriebene Bibel auf deutsch übersetzt, die Reisläuferei verboten und geheiratet / ausserdem hat er die Verehrung von Bildern, Reliquien und Heiligen abgeschafft / die Reformation hatte im Kanton Zug unter gut gebildeten Laien, Geistlichen und Klosterfrauen in ihrer Anfangszeit etliche Anhänger / bekannt waren zwei Frauenthaler Nonnen und zwei Zuger Priester sowie der Humanist Peter Kolin / eine starke Ausstrahlung hatte das Reformkloster Kappel, in dem Zwinglis späterer Nachfolger Heinrich Bullinger in den 1520er Jahren wirkte / Bullinger war der Sohn des Pfarrers von Bremgarten, dessen Geistlichkeit mit der zugerischen ein gemeinsames «Kapitel» bildete

Spätestens mit dem 2. Kappelerkrieg und der Schlacht am Gubel im Jahre 1531 wurde der Protestantismus bis ins 20. Jh. zum konservativen Feindbild / trotzdem industrialisierten Protestanten den Kanton Zug (Papierfabrik Cham, Spinnereien, Milchsiederei Nestle, Metalli, L&G, Rittmeyer) / seit 1876 sind die Zuger Reformierten  gleichberechtigt, dank einem Machtwort des BundesPfeil nach oben

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Abschaffung des Bargelds - Autor: Häring Norbert

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